Was ich (mir für) Wriezen 2019 wünsche

Nutzen wir die Stille dieser ersten Stunden eines neuen Jahres doch einmal, um uns etwas für die Stadt und die Region, in der wir leben, zu wünschen. Nicht für uns selbst (das haben wir sicherlich um Mitternacht zum Jahreswechsel gemacht), nicht für unsere Nächsten (dito). Sondern für unsere Stadt, für die Gemeinschaft der Menschen in und um diese Stadt herum.

Dies ist meine ganz persönliche und subjektive Wunschliste für Wriezen:

  1. Ich wünsche mir, dass die Stadt eine Direktverbindung nach Berlin erhält. Nicht über Eberswalde, sondern durch die Reaktivierung der Bahnlinie über Tiefensee. Das kostet Geld und geht nicht von heute auf morgen, aber es ist machbar. Und wenn Wriezen in den kommenden Jahren am immer breiter werdenden Speckgürtel-Boom irgendwie teilhaben will, dann ist diese Zugverbindung der wahrscheinlich wichtigste Baustein.
  2. Ich wünsche mir, dass es gelingt, die Wilhelmstraße und den Marktplatz positiv zu beleben. Dafür müssen wir (jungen) Menschen Mut machen, hier Geschäfte zu eröffnen. Sie brauchen die Unterstützung der Politik, der Verwaltung, der Vermieter, aber auch der Bürger, die vielleicht bereit sein müssen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten den einen oder anderen Euro mehr auszugeben, als sie das bei Discountern machen müssten.

    Diese Belebung der Innenstadt wird auf die umliegenden Straßen ausstrahlen, die Lebensqualität der Stadt insgesamt wird steigen. Um das zu erreichen (und auch das geht nicht von heute auf morgen), müssen wir gemeinsam herausfinden, welche Angebote Sinn haben und sich realisieren lassen. Was brauchen die Menschen, die hier und in der Umgebung leben, was könnte Menschen anlocken, die auf der Durchreise oder zum Kurzurlaub in der Stadt sind? Zeitnah werden wir dazu eine Umfrage starten, ich würde mich freuen, wenn viele Leser sich daran beteiligen.
  3. Ich wünsche mir, dass Wriezen seine Rolle als „Tor zum Oderbruch“ oder „Hauptstadt des Oderbruchs“ viel stärker wahrnimmt und auch auf das Thema Kunst und Kultur ausdehnt. Warum nicht „Kunsthauptstadt des Oderbuchs“ werden? Künstler zieht es seit Jahrzehnten ins Bruch und auch ins Höhenland, Wriezen jedoch wird bisher davon kaum berührt.

    Konzerte im Rathaus oder in den Kirchen, das (ich glaube: gefährdete) Village Festival oder die Kunstausstellungen in unserem Haus sind sicherlich schon gute Ansätze. Das kann und sollte erweitert werden. Zum einen ziehen Kunst und Kultur Besucher, Touristen nach Wriezen und fördern damit die einheimische Wirtschaft. Hotellerie, Gastronomie, aber auch Einzelhandel (siehe vorhergehender Punkt) profitieren. Aber auch in Bezug auf mögliches Einwohnerwachstum spielen Kunst und Kultur eine herausragende Rolle. Sollen Menschen sich für Wriezen als Wohnort entscheiden, spielen kulturelle Angebote eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Entscheidungsfindung.

Das sind meine drei vordergründigen Wünsche für die Stadt, in der ich lebe. Sie alle sind nicht 2019 erfüllbar, aber wir können 2019 wichtige Weichen für die Erfüllung dieser Wünsche stellen. Sie alle sind groß, größer vielleicht, als mancher für angebracht oder erfüllbar hält. Aber müssen wir nicht alle größer denken, wenn wir eine positive Entwicklung der Stadt haben wollen? In so vielen Städten und Gemeinden, die Wriezen von der Größe her ähneln, wird seit vielen Jahren der Niedergang, die Schrumpfung, die Überalterung verwaltet. Aber hat Wriezen nicht das Zeug, neue Menschen anzuziehen, zu wachsen, sich zu entwickeln? Ich bin bereit – und mit mir meine Familie -, das mir, das uns Mögliche zu tun, um die Stadt voranzubringen, lebenswerter, liebenswerter zu machen. Und ich würde mich freuen, wenn wir viele Menschen anstecken könnten.

Apropos liebens- und lebenswerter: die beschriebenen Ziele zu erreichen, liegt nicht unbedingt in der Hand des einzelnen Einwohners, der einzelnen Einwohnerin. Jede und jeder könnte jedoch jeden Tag etwas dazu beitragen, die Stadt lebenswerter zu machen. Und so folgen noch drei einfache Wünsche für Wriezen, die jeder einzelne von uns jeden Tag erfüllen kann:

  1. Ich wünsche Wriezen, dass Abfall nicht achtlos fallen gelassen wird. Viel zu viel Plastikmüll, Tüten, Coffee-to-go-Becher, Glasscherben säumen die Wege und vermüllen die Grünflächen, aber auch (und das finde ich fast noch schlimmer), die Wälder und Wiesen um die Stadt. Ist es wirklich so schlimm, seinen Müll bis zum nächsten Mülleimer zu tragen?
  2. Ich wünsche Wriezen, dass man jemanden, der seinen Abfall achtlos fallen lässt, freundlich darauf hinweisen kann, ohne blöde und aggressiv angemacht zu werden, was einen das anginge. Es geht uns etwas an, es ist unsere Stadt und unsere Natur.
  3. Ich wünsche Wriezen, dass Menschen, die Müll liegen sehen, sich hin und wieder einmal bücken, auch wenn es nicht ihr eigener ist. Etwas aufheben und in den nächsten (leider spärlich gesäten) öffentlichen Mülleimer, oder zur Not auch in den privaten werfen. Ich nehme mir das selbst fest vor für dieses Jahr. Übrigens läge Wriezen mit so etwas im internationalen Trend: bei jedem Spaziergang drei Stücke Müll aufzusammeln und zu entsorgen ist modern und zeitgemäß.

Habe ich nun (zu) viele Wünsche für Wriezen? Ich glaube und hoffe nicht, es fallen mir ja auch noch mehr ein. Aber für diese ersten Stunden des neuen Jahres mögen sie reichen.

Viel mehr würde mich nun interessieren, welche Wünsche Sie für die Stadt haben, in der Sie leben, für Wriezen. Also schreiben Sie uns über die Kommentarfunktion oder per E-Mail (dann veröffentlichen wir die Wünsche anonym in den kommenden Tagen).

Ein Kommentar bei „Was ich (mir für) Wriezen 2019 wünsche“

  1. Petra Reichardt sagt: Antworten

    Alles Gute im neuen Jahr.
    Meine erste Reaktion auf Ihre Wünsche: Das Einfache, das schwer zu machen ist. Aber dann: So schwer nun wieder auch auch nicht. Es muss nur gewollt sein. Von Vielen, von der Politik und die braucht Ideen und Druck.
    Die letzten 3 Wünsche betreffen eigentlich Selbstverständlichkeiten und sind auf jeden Ort übertragbar. Und sie wären ganz einfach zu realisieren. Eigentlich.

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